Circuit de Reims-Gueux
Ein Dreieck aus Landstraßen in der Champagne, auf dem vierzig Jahre lang Grand-Prix-Rennen gefahren wurden. 2026 wird der Kurs hundert Jahre alt.
Zuletzt aktualisiert:
- Eröffnet
- 25. Juli 1926
- Lage
- Thillois · Gueux · Muizon, Département Marne
- Form
- Dreieckskurs, drei Geraden, drei Kehren
- Fahrbahn
- öffentliche Straßen D 26, D 27, RN 31
- Länge (ab 1954)
- 8,302 km
- Letztes Formel-1-Rennen
- 3. Juli 1966
- Geschlossen
- 1972
Eine Rennstrecke, die es nur an Rennwochenenden gab
Der Circuit de Reims-Gueux liegt rund sieben Kilometer westlich von Reims, zwischen den Gemeinden Thillois, Gueux und Muizon im Département Marne. Er war nie eine gebaute Anlage im heutigen Sinn, sondern ein Dreieck aus öffentlichen Straßen: den heutigen D 26 und D 27 und der Nationalstraße RN 31. An Rennwochenenden wurde gesperrt, danach fuhr wieder der normale Verkehr.
Aus dieser Form folgt alles Weitere. Drei lange Geraden, verbunden durch drei enge Kehren, ergaben einen der schnellsten Kurse Europas — und einen, auf dem Windschattenfahren über den Sieg entschied. Wer Reims verstehen will, muss sich keine Schikanen merken, sondern drei Geraden und die Frage, wer am Ende der letzten davon vorn liegt.
Vier Streckenführungen in 46 Jahren
Die Strecke wurde mehrfach umgelegt, meist um die Durchfahrt durch den Ort Gueux zu entschärfen oder die Geraden zu verlängern. Die Längenangaben unterscheiden sich je nach Quelle in der dritten Nachkommastelle; die hier genannten folgen der englischsprachigen Wikipedia, die die Ausbaustufen einzeln führt.
Was dort gefahren wurde
Reims trug den Grand Prix de l'ACF und den Grand Prix de la Marne aus und gehörte über Jahre zum Kalender der Formel-1-Weltmeisterschaft. Juan Manuel Fangio gewann hier drei Weltmeisterschaftsläufe, Ferrari siegte insgesamt fünfmal. Das letzte Formel-1-Rennen fand am 3. Juli 1966 statt.
Danach lief der Betrieb noch sechs Jahre weiter, nur in kleinerem Rahmen: Sportwagenrennen bis 1969, Motorradrennen bis zum 11. Juni 1972. Diese Staffelung ist der Grund, warum je nach Quelle 1966, 1969 oder 1972 als Ende genannt wird — je nachdem, welche Fahrzeuggattung gemeint ist.
Warum sie verschwand
Nicht ein Unglück beendete den Rennbetrieb, sondern die Rechnung. 1972 wurde der Kurs aus finanziellen Gründen dauerhaft geschlossen. Eine Strecke aus gesperrten Landstraßen ließ sich nicht auf den Sicherheitsstandard nachrüsten, den der Motorsport der siebziger Jahre verlangte, und die Kosten dafür hätte niemand getragen.
Was heute noch steht
Ungewöhnlich viel. Teile der Boxenanlagen, Tribünen und Anzeigetafeln stehen noch und sind von den öffentlichen Straßen aus zu sehen — die Strecke ist ja weiterhin Straße. 2009 wurden Bauwerke der Anlage als Monument historique unter Schutz gestellt; ein gemeinnütziger Verein kümmert sich um ihren Erhalt.
Wer hinfährt, findet also keinen Gedenkstein, sondern das Original: dieselbe Fahrbahn, dieselben Boxen, nur ohne Absperrung.
Hundert Jahre
Am 12. und 13. September 2026 begeht ein örtlicher Verein das Jubiläum auf der D 27 mit Fahrzeugkorso, Ausstellern und Demonstrationsfahrten auf einer eigens hergerichteten Geraden. Das Jubiläumsjahr selbst läuft von September 2026 bis September 2027.
Die Streckenführungen
| Zeitraum | Länge | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1926–1951 | 7,826 km | Ursprünglicher Dreieckskurs |
| 1952 | 7,152 km | Verkürzte Variante |
| 1953 | 8,372 km | Umlegung um den Ort Gueux |
| 1954–1972 | 8,302 km | Führung bis zur Schließung |
Zum hundertjährigen Jubiläum trägt eine nummerierte Edition die Daten dieser Strecke — graviert in 316L Edelstahl, auf 100 Stück limitiert.
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